Beitrag vom 13. Oktober 2026

St. Stefan-Afiesl ging dem Boden auf den Grund

Beim SoilWalk in St. Stefan-Afiesl erkundeten rund 15 Interessierte, wie eine bodenschonende Ortsentwicklung gelingen kann. Von Entsiegelung und Schwammstadt bis zu lebendigen Ortskernen und hörbaren Bodenlebewesen gab es spannende Einblicke in die Welt unter unseren Füßen.

Teilnehmer:innen mit Bodenmikrophon in St. Stefan-Afiesl

Beim SoilWalk am 8. Oktober erkundeten interessierte Bürger gemeinsam mit dem Bodenbündnis Oberösterreich ihre Gemeinde aus einer neuen Perspektive. Im Mittelpunkt standen der sorgsame Umgang mit Boden, Möglichkeiten zur Entsiegelung und eine nachhaltige Ortsentwicklung.

Auf Einladung von Bürgermeister Alfred Mayr und dem Bodenbündnis Oberösterreich machten sich rund 15 Interessierte auf den Weg, um beim gemeinsamen Bodenspaziergang – dem sogenannten SoilWalk – die wertvolle Ressource Boden genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die Gemeinde St. Stefan-Afiesl ist seit 2025 Mitglied im Bodenbündnis und setzt sich bereits aktiv mit einer bodenschonenden Ortsentwicklung auseinander. Beim Spaziergang wurden bestehende Initiativen und neue Ideen direkt vor Ort besprochen.

Entsiegelung und lebendige Ortskerne

Ein wichtiges Thema war die Entsiegelung von Flächen. Dabei geht es nicht nur um mehr Grün und eine höhere Aufenthaltsqualität, sondern auch um den natürlichen Wasserhaushalt: Regenwasser soll möglichst vor Ort versickern, anstatt rasch abgeleitet zu werden. Das entlastet bei Starkregen die Fließgewässer und trägt zur Grundwasserneubildung bei. Auch das Schwammstadt-Prinzip wurde als Ansatz für eine klimaangepasste Gemeindeentwicklung diskutiert.

Dass St. Stefan-Afiesl bereits wichtige Schritte in Richtung nachhaltiger Ortsentwicklung gesetzt hat, zeigen Projekte wie der neugestaltete Gemeindeplatz, der Einsatz von Baulandsicherungsverträgen und das „Stefansplatzerl“ als Vorzeigeprojekt für Nahversorgung und Ortskernbelebung.

Eine Herausforderung bleibt die Nutzung bereits gewidmeter, aber unbebauter Grundstücke. Bürgermeister Alfred Mayr betont: „Wir würden uns wünschen, dass bei gewidmeten, aber ungenutzten Bauflächen wieder mehr Bewegung hineinkommt. So könnten bestehende Baulücken geschlossen und jungen Familien neue Möglichkeiten geboten werden, sich in unserer Gemeinde niederzulassen.“

Boden mit allen Sinnen erleben

Neben Fragen der Raumplanung und Bodenpolitik stand auch der Boden selbst im Mittelpunkt. Die Teilnehmer erfuhren, welche vielfältigen Funktionen gesunde Böden erfüllen – von der Produktion unserer Lebensmittel über die Speicherung von Wasser bis hin zur Bindung von Kohlenstoff.

Ein besonderes Erlebnis boten Bodenmikrofone, mit denen die faszinierende Welt der Bodenlebewesen hörbar gemacht wurde. So wurde deutlich, wie lebendig und schützenswert der Boden unter unseren Füßen ist.

„Es freut uns sehr, dass sich St. Stefan-Afiesl als neues Bodenbündnis-Mitglied auf den SoilWalk eingelassen hat und wir künftig noch viele Bodenprojekte gemeinsam angehen können“, so Projektleiterin Gerlinde Larndorfer-Armbruster vom Bodenbündnis Oberösterreich.

Nächster SoilWalk in Kirchschlag

Wer selbst einmal die eigene Umgebung aus der Bodenperspektive entdecken möchte, hat dazu bald Gelegenheit: Am 19. Oktober findet der nächste SoilWalk in Kirchschlag bei Linz statt. Begleitet wird der Bodenspaziergang von Raumplanungsexperte Maximilian Mandl. Im Fokus stehen auch hier die vielfältigen Möglichkeiten einer bodenschonenden und zukunftsfitten Gemeindeentwicklung.

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