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Schärding: Klimafitter Stadtplatz mit mehr Grün und offenen Fugen

Renate Schernhorst/Klimabündnis OÖ

Die Stadt Schärding zeigt, wie sich ein historischer Stadtplatz an den Klimawandel anpassen lässt und gleichzeitig sorgsam mit der Ressource Boden umgegangen werden kann. Bei der Neugestaltung wurden zusätzliche Grünstrukturen, Bäume und Aufenthaltsbereiche geschaffen. Auch bei der Gestaltung der befestigten Flächen wurde darauf geachtet, nicht jeden Quadratmeter vollständig zu versiegeln.

Historischer Stadtplatz neu gedacht

Der Schärdinger Stadtplatz ist stark durch seine historische Bausubstanz und den charakteristischen Granitsteinbelag geprägt. Bei der Umgestaltung wurde deshalb versucht, Klimaanpassung und Ortsbild miteinander zu verbinden.

Eine „Grüne Insel“, neue Bäume und Sitzmöglichkeiten schaffen mehr Schatten und Aufenthaltsqualität. Eine wassergebundene Wegedecke ergänzt die befestigten Flächen. Damit entstehen mitten im historischen Zentrum neue Grün- und Freiräume.

Offene Fugen statt vollständig geschlossener Flächen

Ein besonderes Detail sind die zahlreichen Pflasterflächen mit offenen Fugen. Sie zeigen, dass auch bei befestigten und intensiv genutzten öffentlichen Flächen ein bodenschonenderer Umgang möglich ist.

Im Gegensatz zu vollständig geschlossenen Asphalt- oder Betonflächen bleiben zwischen den Pflastersteinen offene Bereiche erhalten. Bei entsprechend wasserdurchlässigem Unterbau kann dadurch Niederschlagswasser zumindest teilweise vor Ort versickern, anstatt unmittelbar oberflächlich abzufließen.

Solche Lösungen sind besonders für historische Orts- und Stadtzentren interessant: Die Flächen bleiben gut nutzbar und das charakteristische Erscheinungsbild eines gepflasterten Platzes kann erhalten werden, während gleichzeitig die vollständige Versiegelung reduziert wird.

Boden als Teil der Klimaanpassung

Boden erfüllt auch mitten in der Stadt wichtige Funktionen. Unversiegelte und wasserdurchlässige Flächen können Niederschlagswasser aufnehmen, Pflanzen mit Wasser versorgen und zur Kühlung des Umfeldes beitragen.

In Schärding wird dieser Ansatz mit zusätzlichen Bäumen und Grünflächen verbunden. Die Bäume spenden Schatten, während durchlässigere Oberflächen und offene Bodenbereiche den natürlichen Wasserkreislauf unterstützen. So wird Bodenschutz zu einem sichtbaren Bestandteil einer klimagerechten Stadtgestaltung.

Warum ist Schärding ein Good-Practice-Beispiel?

Schärding zeigt, dass Bodenschutz nicht bedeutet, auf befestigte Plätze verzichten zu müssen. Entscheidend ist vielmehr, bei jeder Fläche zu hinterfragen, wie viel Versiegelung tatsächlich notwendig ist.

Offene Pflasterfugen, wasserdurchlässige Oberflächen, Grünflächen und Bäume können auch in einem historischen und intensiv genutzten Stadtzentrum miteinander kombiniert werden. Die Gestaltung macht damit sichtbar, dass ein sorgsamer Umgang mit Boden bereits bei der Wahl des Bodenbelags beginnt.

Inspiration für andere Gemeinden

Gerade bei der Sanierung von Ortsplätzen, Gehbereichen, Parkflächen oder öffentlichen Freiräumen lohnt es sich, bestehende Standards zu hinterfragen:

Muss eine Fläche vollständig versiegelt werden – oder können Pflaster mit offenen Fugen, wassergebundene Decken, Grünflächen oder Baumstandorte eingeplant werden?

Das Beispiel Schärding zeigt, dass bereits solche Gestaltungsentscheidungen dazu beitragen können, Bodenfunktionen zu erhalten und öffentliche Räume gleichzeitig grüner, klimaangepasster und lebenswerter zu gestalten.

Bilder vom Stadtplatz Schärding beim SoilWalk
Bildquelle: Renate Schernhorst/Klimabündnis OÖ

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