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Mulchen statt Gießen

In mehreren Gemeinschaftsgärten – wie z.B. in der Gärtnerei Schützenhofer, im Gemeinschaftsgarten Kloxwald sowie in vier Gemeinschaftsgärten in Kremsmünster – hat sich das Mulchen mit Grasschnitt als bewährte Praxis etabliert. Verwendet wird vorwiegend frischer oder angetrockneter Grasschnitt, der direkt auf den Flächen anfällt oder von der Gemeinde beziehungsweise von landwirtschaftlichen Betrieben zur Verfügung gestellt wird. Der Grasschnitt wird gemeinschaftlich auf den Beeten verteilt und gezielt als Bodenschutz eingesetzt.

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Mulchen als wirksame Maßnahme für Bodenschutz und Pflegeerleichterung

Schutz vor Austrocknung: Die Mulchschicht bedeckt den Boden und reduziert die direkte Sonneneinstrahlung. Dadurch verdunstet deutlich weniger Wasser, die Bodenfeuchtigkeit bleibt länger erhalten und der Bewässerungsaufwand sinkt.
Erhalt der Bodenstruktur: Der Boden wird vor Verschlämmung durch Starkregen geschützt und bleibt locker und gut durchlüftet.
Förderung des Bodenlebens: Der Grasschnitt dient Bodenorganismen wie Regenwürmern und Mikroorganismen als Nahrungsquelle. Diese tragen zur natürlichen Bodenlockerung und Nährstoffverfügbarkeit bei.
Humusaufbau: Beim Zersetzen des Mulchmaterials wird organische Substanz in den Boden eingebracht, was langfristig den Humusgehalt erhöht und die Bodenfruchtbarkeit verbessert.
Unkrautunterdrückung: Die Mulchschicht hemmt das Keimen von unerwünschten Pflanzen und reduziert den Pflegeaufwand erheblich.
Ressourcenschonung: Die Nutzung von Grasschnitt aus der Umgebung schließt lokale Stoffkreisläufe und vermeidet Abfall.

Warum ist diese Praxis ein Best-Practice-Beispiel?

Das gemeinschaftliche Mulchen mit Grasschnitt zeigt, wie einfache, kostengünstige Maßnahmen große Wirkung entfalten können. Die Methode ist leicht umsetzbar, gut vermittelbar und fördert gleichzeitig Zusammenarbeit und Verantwortungsübernahme innerhalb der Gartengruppe. Durch den konsequenten Bodenschutz, den Aufbau von Humus und die Reduktion von Pflegeaufwand trägt das Mulchen wesentlich zur langfristigen Stabilität und Ertragsfähigkeit von Gemeinschaftsgärten bei und stellt damit ein besonders nachhaltiges und übertragbares Praxisbeispiel dar.

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